Referenz

Glossar Microsoft-Lizenzen

30 verständliche Definitionen der Begriffe, die Ihnen auf jeder Produktseite, Rechnung und Aktivierungsmaske begegnen.

OEM-Lizenz
OEM-Lizenz vom Gerätehersteller — wird mit einem fertigen PC verkauft und ist an dessen Mainboard gebunden. Nach der Aktivierung nicht legal auf einen neuen Rechner übertragbar.

Verwandter Ratgeber: Retail vs. OEM

Retail-Lizenz
Vollversion (FPP), an Endkunden verkauft. Übertragbar: auf dem alten PC deaktivieren, auf dem neuen aktivieren.
MAK-Key
Multiple Activation Key — Volumenlizenzschlüssel mit fester Anzahl Einmal-Aktivierungen bei Microsoft. Wird von Unternehmen für Offline- oder ungemanagte Geräte genutzt.
KMS
Key Management Service — interner Server, der volumenlizenzierte Windows- und Office-Clients in 180-Tage-Zyklen aktiviert. Mindestens 25 Windows- oder 5 Office-Clients erforderlich.
Volumenlizenz
Microsoft-Lizenzprogramm (Open, MPSA, Enterprise Agreement) für Organisationen ab 5 Lizenzen. Pro Lizenz günstiger als Retail, verwaltet im VLSC.
CAL
Client Access License — nötig für jeden Nutzer oder jedes Gerät, das auf Windows Server, SQL Server oder Exchange zugreift. Pro Nutzer oder pro Gerät erhältlich.

Verwandter Ratgeber: SQL CAL vs. Core

LTSC
Long-Term Servicing Channel — Windows- oder Office-Zweig, der 5–10 Jahre nur Sicherheitsupdates erhält, ohne neue Funktionen. Für Kioske, Medizingeräte und gesperrte Arbeitsplätze.
Click-to-Run
Streaming-Installer-Technologie von Office 2016+ und Microsoft 365. Lädt einen kleinen Bootstrapper, der den Rest streamt und monatlich aktualisiert.
Office Deployment Tool
Kostenloses Microsoft-Kommandozeilen-Tool (setup.exe), das Office anhand einer XML-Konfiguration installiert — Architektur, Kanal, Sprache und Apps wählbar.

Verwandter Ratgeber: ODT-Anleitung

TPM 2.0
Trusted Platform Module v2 — Hardware-Kryptochip, den Windows 11 für Secure Boot, BitLocker und Windows Hello voraussetzt. Die meisten PCs ab 2018 haben ihn (im BIOS oft als fTPM).

Verwandter Ratgeber: Risiken TPM-Umgehung

Secure Boot
UEFI-Funktion, die nur signierte Bootloader lädt und so Pre-OS-Rootkits verhindert. Pflicht für Windows 11, für moderne PCs empfohlen.
BitLocker
Vollverschlüsselung in Windows Pro und höher. Nutzt TPM-gebundene Schlüssel, sodass die Platte ausgebaut unlesbar ist.

Verwandter Ratgeber: BitLocker aktivieren

Hyper-V
Microsofts Typ-1-Hypervisor, enthalten in Windows Pro/Enterprise und Windows Server. Führt Linux- und Windows-VMs ohne Drittsoftware aus.
Erweiterte Sicherheitsupdates (ESU)
Kostenpflichtige Sicherheitsupdates nach dem Mainstream-Support-Ende. Für Windows 10 (Ende 2025) bis zu drei Jahre verlängerbar.

Verwandter Ratgeber: Windows 10 ESU erklärt

Always On-Verfügbarkeitsgruppen
SQL Server-Enterprise-Funktion für hochverfügbare Replikate einer oder mehrerer Datenbanken über mehrere Server mit automatischem Failover.
Active Directory
Microsofts Verzeichnisdienst für Benutzer-, Gruppen- und Computerkonten in einem Windows-Netzwerk. Läuft auf Windows Server mit der AD-DS-Rolle.
Azure Hybrid Benefit
Rabatt, mit dem On-Prem-Lizenzen für Windows Server oder SQL Server mit Software Assurance auf Azure-VMs günstiger werden.
Microsoft 365 Copilot
KI-Add-on, das in Word, Outlook, PowerPoint, Excel und Teams Inhalte aus den Tenant-Daten erstellt. Setzt ein kommerzielles Microsoft 365-Abo voraus.
OneDrive
Microsofts Cloud-Dateispeicher. M365 Single bietet 1 TB pro Nutzer, Family gibt 1 TB an jeden von sechs Nutzern.
Outlook
Microsofts Mail- und Kalender-Client. In Office Home & Business+ und jedem Microsoft 365-Plan enthalten. Die neue Outlook-App ersetzt 2024+ die Windows-Mail-App.
Windows Hello
Biometrische Anmeldung (Gesicht, Fingerabdruck, PIN) in Windows 10/11. Erfordert TPM und entweder eine IR-Kamera oder einen Fingerprint-Sensor.
Remotedesktop (RDP)
Microsoft-Protokoll für den Fernzugriff auf eine Windows-Sitzung. RDP-Server benötigt Windows Pro/Enterprise oder Windows Server (Home nicht möglich).
Domänenbeitritt
Aufnahme eines Windows-PCs in eine Active-Directory- oder Entra-ID-Domäne für zentrale Anmeldung, GPOs und gemeinsame Ressourcen. Pro oder Enterprise erforderlich.
Core-Lizenzierung
Windows Server und SQL Server werden pro physischem Kern lizenziert (mind. 16 Kerne pro Server für Windows Server). Hyper-Threading zählt nicht, nur physische Kerne.
Dauerlizenz
Einmalkauf, der die dauerhafte Nutzung einer bestimmten Softwareversion erlaubt. Office 2024 und Windows 11 sind Dauerlizenzen, Microsoft 365 nicht.
Abo-Lizenz
Wiederkehrende Gebühr, die die Software aktiv und aktuell hält. Läuft das Abo aus, wechselt sie in einen eingeschränkten oder Nur-Lese-Modus (Beispiel Microsoft 365).
ESD-Lieferung
Electronic Software Delivery — Produktkey und Download-Link kommen nach dem Kauf per E-Mail. Industrieller Standard für digitale Auslieferung seit 2010.
FPP
Full Packaged Product — Microsofts offizielle Bezeichnung für Retail-Lizenzen an Endkunden. Übertragbar, nicht an Hardware gebunden.
OSE
Operating System Environment — laufende Windows-Instanz (physisch oder virtuell). Windows Server Standard deckt zwei OSEs pro Server, Datacenter unbegrenzt.
WSUS
Windows Server Update Services — kostenlose Rolle auf Windows Server, die Windows- und Office-Updates für ein Firmennetz zentral verteilt.