Kaufratgeber

SQL Server – Server+CAL vs. Kern-Lizenzierung

Entscheiden Sie sich mit einer klaren Break-even-Berechnung und konkreten Beispielen zwischen den zwei SQL-Server-Lizenzmodellen.

Die zwei Modelle

Microsoft verkauft SQL Server Standard auf zwei Wegen: Serverlizenz + Nutzer-/Geräte-CALs oder Kern-Lizenzierung. Enterprise Edition ist ausschließlich per Kern-Lizenzierung erhältlich.

Die Kern-Lizenzierung wird in 2-Kern-Paketen verkauft, mit einem Minimum von 4 Kernen pro Prozessor. Es müssen alle physischen Kerne des Servers lizenziert werden, nicht nur die, die SQL nutzt.

Wann Server+CAL die bessere Wahl ist

Server+CAL ist günstiger, wenn die Nutzeranzahl bekannt, begrenzt und klein ist. Interne Anwendungen, ERP-Backends, BI-Tools, die von einem klar definierten Finanz- oder Ops-Team genutzt werden.

Grob gesagt ist Server+CAL bei weniger als ca. 50 namentlich benannten Nutzern in der Standard Edition der günstigere Weg.

Wann Kern-Lizenzierung gewinnt (und wann sie vorgeschrieben ist)

Kern-Lizenzierung ist vorgeschrieben, wenn der Workload über das Internet zugänglich ist, anonym genutzt wird oder von unbekannten oder sehr großen Nutzerpopulationen abgerufen wird – öffentliche Web-Apps, Kundenportale, alles mit anonymem Traffic.

Kern-Lizenzierung ist auch bei kleinen bis mittleren Kernzahlen mit vielen Nutzern überlegen – ab ca. 50 Nutzern auf einem 4-8-Kern-Server wird sie günstiger.

Konkretes Beispiel

Mittelgroßes Unternehmen mit einer internen HR-Anwendung: 8-Kern-Server, 40 namentlich benannte HR-Nutzer. Server+CAL ist die offensichtliche Wahl – 1 Serverlizenz + 40 CALs.

Dasselbe Unternehmen fügt ein öffentliches Bewerberportal auf derselben Datenbank hinzu – der Traffic ist anonym, daher ist für diesen Workload nun zwingend die Kern-Lizenzierung erforderlich.

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